Die letzte Tage in Mannheim waren schon ziemlich stressig - alte Wohnung, neue Wohnung, überall nur rumliegende Kisten, Koffer packen für Helsinki und, und, und. Daher kam der Tag des Abflugs auch schneller als erwartet, gefühlsmäßig natürlich. Kaum habe ich mich in der neuen Wohnung eingelebt, schon ging´s los in die nächste!
Man könnte aber sagen, dass mein Abenteuer schon am Tag vor dem Abflug begonnen hatte. Geplant war, dass ich am 24. Januar um 07:15 den Flieger nach Helsinki Vantaa nehme, aber der wurde kurzfristig, aus welchem Grund auch immer, gecanceled. Ich bin natürlich zuerst in Panik geraten, anstatt die sms zu ende zu lesen, wo stand, dass mein Flug auf 10:45 umgebucht wurde. Eigentlich war es auch vielleicht besser so, da ich somit nicht um 03:30 aufstehen musste!

Was den Flug betrifft, hat ansonsten alles perfekt geklappt, sie haben sogar meine 32 Kilo anstatt 20 akzeptiert ohne dass ich was zahlen musste. Gleich schon in der Wartehalle habe ich den ersten Finnen kennengelernt, der aus Oulu kam. In dem Moment wußte ich noch nicht wo das liegt, umso größer war die Scham, als ich feststellte, dass dies die sechstgrößte Stadt Finnland´s ist - aber so ist es halt, wenn man den Lonely Planer Guide erst aufm Flug dorthin liest :)
Es dauerte auch nicht mehr lange, bis ich den nächsten Finnen kennenlernte, der neben mir saß. Daher hatte ich gar nicht das Gefühl, dass Finnen scheu sind, auch wenn sie schon leicht zurückhaltend ist, was ich allerdings eher als angenehm empfunden habe. Und wie man so schön sagt, alle gute Sachen sind drei - ich wurde von einem Finnen abgeholt, der sooo nett, freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend ist, dass ich fast meinen würde, dass ich schon sehr lange so einen Menschen nicht getroffen habe. Ihm übrigens verdanke ich auch den Internetzugang, den er mir temporär überlassen hat, da meiner noch nicht freigegeben ist.
In Helsinki angekommen, wurde ich von einem Schneesturm begrüßt. Es hat geschneit und es war windig, so wie man sich den Norden halt vorstellt. Das lustige an diesem ganzen Pick up Service, das von der EVTEK (meiner Schule) organisiert wurde, war, dass es eigentlich ganz schnell gehen sollte. In meinem Fall wurden aber aus einer Stunde mehrere. Mir ist es nämlich gelungen den Antti davon zu überzeugen, dass eine Fahrt zu IKEA für mich lebensnotwendig ist, da uns gesagt wurde, dass in Wohnheim keine Bettdecken, Kissen, etc. sind. Somit konnte ich schon ein paar Basics kaufen, für die Küche sowie für mein Zimmer. Allerdings hier angekommen, musste ich feststellen, dass sie uns doch wohl auf den Arm nehmen wollten, da hier doch schon einiges war - aber letztendlich, meins ist meins! Nur, wie wir alle wissen liegt IKEA meistens außerhalb und daher sind wir vom Flughafen fast durch die ganze Vororte gefahren - ich habe den RingI und III gesehen, aber mehr als Autobahn auch nicht, bis Antti festestellte, dass er eigentlich gar nicht so richtig weiß wo IKEA ist. Gott sei dank hatte er ne Karte dabei und somit setzten wir unseren Sightseeing fort, was aber noch nicht annähernd das Ende von der Geschichte ist. Nach dem sehr kurzen Besuch sollten wir eigentlich zu mir ins Wohnheim fahren, um einen Typen zu treffen, der meine Schlüssel hatte, der musste aber plötzlich arbeiten gehen. Also mussten wir umkehren, obwohl wir schon fast bei mir "da heim" waren. Was uns aber nicht erspart geblieben ist, waren die Aussetzer von Antti´s alten Lada, die wirklich ihr letztes gab. So war es irgendwann gar nicht mehr ungewöhnlich, dass wir mitten in der Straße stehen geblieben sind. Was mich aber sehr angenehm überraschte, waren die Reaktionen der Fahrer. In Deutschland fängt jeder gleich an zu hupen. Hier ist es zwar verboten und nur in Notfällen erlaubt, aber man sah denen ihre finnische Lockerheit an. Die Krönung des Tages war der letzter Atem der Lada. Gott sei dank lag es nur am Benzin, der ausgegegangen ist. So blieb uns nix anderes übrig als 1 km zur nächsten Tanke zu laufen! :)) Das war schon irgendwie lustig, aber letztendlich war ich wirklich froh, irgendwann in Wohnheim angekommen zu sein.
Ich wohne mit einer Spanierin zusammen und eigentlich sollte heute noch eine Französin kommen, aber die werden wir wohl nie kennenlernen, weil sie in der letzten Minute abgesagt hat. Die Martha ist sehr nett, typisch spanisch aber sie spricht kaum englisch - ok sie versucht es soweit es geht, aber ich denke mit der Zeit wird´s besser. Jetzt finde ich es etwas schade, dass ich nicht früher und intensiver mit spanisch begonnen habe.
Die Nacht habe ich sehr gut geschlafen und morgen begann der Tag mit Sonnenschein. Ich würde sagen, dass nicht der Abend gestern aber eher der Morgen heute etwas komisch für mich war. Vielleicht deswegen, weil ich gestern so viel erlebte und echt müde war über irgendetwas nachzudenken. Heute war´s draußen schön und ich wollte auch raus. Martha schlief noch, da sie noch in der Nacht zu einer Party ging, zu der ich zwar auch eigeladen war, aber einfach nicht mehr hingehen konnte und wollte. Nur die Sache ist die, dass ich in einem Vorort wohne und hier in der Gegend ist echt nicht soo viel zu sehen oder zu tun und ich immer noch keine Ahnung habe wo man hier so was wie Fahrkarten kauft, denn Automaten gibt´s nicht und in Kiosk verkaufen sie´s nicht und sie auch einfach so nicht im Zug zu kaufen sind. Daher kaufte ich wenigstens eine Prepaid Karte - ihr könnt mich jetzt auch unter meiner fin nr. erreichen:
+358466836241
unterschieb meinen Mietvertrag und erhielt die ersten Infos, um Internet installieren zu können. Da es sich kaum noch lohnte einen Trip nach Helsinki zu unternehmen, rief ich Antonia an, die aus Österreich kommt. Sie lernte ich über Facebook kennen. Da sie schon Tag vor mir ankam und sich hier auch etwas auskannte, kam sie zu mir und überredete mich gleich mit nach Myyrmäki zu fahren, wo sie wohnt. Dort gibt es eine Shopping Mall , wo wir was kleines gegessen haben.

Danach kamen auch gleich ihr Studienkollege Wolfgang und seine Mitbewohner, Alex aus Italien und Fish aus China. Es war wirklich sehr schönes auch wenn kurzes Treffen, aber wir haben noch so vieeel Zeit und ich denke, es wird eine tolle Zeit hier! :) Danach fuhr ich mit der Bahn alleine - ohne Ticket heim - und hatte echt so ein Schiß erwischt zu werden, obwohl es doch nur zwei Haltestellen sind und Fahrtzeit viell gerade knappe 3 Minuten sind. Zu zweit ist es doch noch irgendwie einfacher vorzumachen, dass man keinen Tickerautomat finden kann. Allerdings schon im ersten Zug sah ich die Schaffnerin und stieg bei der nächsten Haltestelle aus, die sie wie eine reine Baustelle entpuppte und ich mich echt freute als der nächste Zug kam. Da war meine Freude aber nicht größer, da der Schaffner gerade drei Meter von mir entfernt war, aber zu meinem Glück ist er danach in die andere Richtung gegangen. Als ich endlich an meiner Station ausstieg, fühlte ich mich, als ob mein Herz tatsächlich in die Hose gerutscht wäre. Ich schwör´s euch morgen als erste kauf ich irgendwo, wo auch immer es sein wird irgendetwas womit ich sorgenlos fahren kann...denn morgen geht´s es nach Helsinki!!!
Also ich denke, für´s Erste war es das wichtigste was ich euch sagen wollte, ich glaube jetzt habe ich wieder eine Woche Pause verdient, oder?

2 Kommentare:
ohhhh...liebe martina, könnten wir nicht das erste foto austauschen ;-)? ich freu mich heute schon aus eislaufen!
hei!
zuerst wollte ich das bild gegen das eine von dir austauschen, danach sah ich aber, dass du nicht glücklicher wärst, da wir an dem tag einfach keine gescheite bilder hingekriegt haben :) lange rede, kurzer sinn - jetzt ist es raus! *g*
@julchen: danke für den hinweis, jetzt ist es für alle freigeschaltet. voll süßer eintrag bei studivz :)
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