Dienstag, 29. Januar 2008

Meine erste Eindrücke von Helsinki

Nein, ich glaube ich werde jetzt nicht eine Woche warten, um euch dann alles auf einmal zu berichten. Ich befürchte, dass es jetzt schon sogar schwierig wird mich an die einzelne letzte Tagen zu erinnern - aber gott sei dank wird hier doch alles dokumentiert! :)

Am Samstag morgen haben wir uns, so wie schon mal angedeutet, auf den Weg nach Helsinki gemacht. Waren aber diesmal gleich zu sechst, da in der Nacht Romain aus Frankreich angeflogen kam. Antonia und ich hatten schon Kontakt mit ihm über Facebook, daher war es keine große Fragerei, wer das sei. Oh, es rheimt sich sogar. Schön. Ich muss sagen, dass wir wirklich eine nette Gruppe sind, eine gesunde Mischung bestehend aus fünf (jenachdem ob man bei mir die doppelte Staatsbürgeschaft zählt sogar sechs) Nationalitäten.


Das Wetter spielte auch mit, daher stand einem tollen Sightseeing nichts im Wege. Antonia und ich waren quasi die Guides und die Jungs folgten uns auf Schritt und Tritt ;) Na ja, wir waren auch die einzigen, die so einen tollen Reiseführer hatten wie Lonely Planet - ich glaube so langsam sollten sie mir sogar Geld dafür geben, wie oft ich hier für sie Werbung mache *lol*

Unsere Tour begann so gesehen schon gleich am Hauptbahnhof (Rautatientori - so könnt ihr alle mit uns finnisch lernen *g*). Im Hintergrund seht ihr Eteläesplanadi. Da waren wir aufm Weg zum Fish Market oder auch Kauppatori genannt. Es ist direkt am Hafen und es wird da alles verkauft, sogar Rentierfell. Mitten im Markt ist das älteste Monument von 1835 zu Ehren von Besuch des Zar Nikolai I und Zarin Alexandra. Man beachte bitte den blauen Himmel! :)

Von Weiten sahen wir schon die Uspenski Cathedral, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Diese orthodoxe Kirche mit den vielen goldenen Türmchen erinnert etwas an Moskau. Ich freu mich schon riesig, wenn wir dort hinfahren.

Und natürlich mussten wir gleich auch Tuomiokirkko sehen, eine lutheranische Kathedrale und für mich auch das typische Wahrzeichen von Helsinki.


Gleich neben an ist die University von Helsinki, von der ich allerdings keine Bilder habe, das es halt nur schöne Gebäuden sind, von denen es einige in Helsinki gibt, aber andererseits auch nicht so toll aussehen, wie der Schloss von der Uni Mannheim. In Ruhe haben wir uns alle, für uns wohl die wichtigsten Straßen angeschaut, bis wir vom Hunger und Kälte gezwungen waren endlich was zum essen aufzusuchen. Da Wolfgang Rentier Fleisch probieren wollte, haben wir nicht die Mühe gescheut ein Restaurant mit dieser Spezialität zu suchen. Laut Lonely Planet sollte es auch nicht so weit sein und eingentlich auch nicht arg zu teuer. Wenn wir es aber letztendlich, irgendwo schon fast außerhalb von Helsinki gefunden haben, waren wir etwas enttäuscht, da sie am Wochenende nur Menüs für 18,-€ hatten, es dann für Studenten doch nicht so preiswert ist. Daher müssten wir uns mit dem Gedanken verströsten, dass wir bestimmt eine Gelegenheit haben werden, wenn wir den Trip nach Lappland machen und gaben uns schon zum zweiten Mal in Folge mit Subway zufrieden.

Für das erste Sightseeing hat es uns an dem Tag auch schon gereicht - wir wollten ja für Sonntag fit sein. Da haben wir beschlossen Iceskaten zu gehen.
An dem Abend hatte ich kein Internet mehr und auch keine Lust alleine rumzusitzen, die anderen wohnen nämlich in einem Wohnheim, das zwei Haltestellen von mir entfernt ist. So kam die spontane Idee Daniela (Deutschland) zum Abendessen einzuladen. Meine Spanierin Martha und ihre Freundin Ester machten sich für eine 80-er Party fertig. Ester brachte ihre neue Mitbewohnerin Virginie (Frankreich) mit. Sie ist die Studienkollegin von Romain, voll lustig wie sich das herausstellte, denn so langsam schließen sich die Kreise :) Es war ein sehr netter Abend und am nächsten Tag waren wir somit zu acht...


Sonntag war echt ein toller Tag! Wir hatten wieder tolles Wetter und auch der kalter Wind hielten wir gut eingepackt aus. Wir starteten wieder am Hauptbahnhof - wo denn eigentlich auch sonst, begaben uns aber diesmal in andere Richtung und haben unsere Sightseeingtour von Samstag fortgesetzt. Auf dem Weg haben wir den Parliament House gesehen, ich glaub Museum of Contemporary Art, sogar an Opera sind wir vorbei, ohne sie richtig gesehen zu haben. Die Strecke lag neben einem See, daher war es so ein richtiger Spaziergang, aber es dauert fast eine Stunde, bis wir unser Ziel erreichten! Na ja gut, wir haben auch immer wieder getrödelt bzw. besser gesagt die Jungs! ;) Aber immerhin haben wir´s sehr gut gefunden.

Es war sehr lustiger Nachmittag und ich glaube jeder war auch dafür, dass wir´s wiederholen. Alex stand das erste Mal aufm Eis, aber ich muss sagen, dass er sich echt gut angestellt hatte.

Ich habe es ganz schön verlernt und meine erste Versuche aufm Eis nach Jahrzehnten waren bestimmt auch lustig auszusehen. Antonia tobte sich da nach einiger Zeit mit ihren Pirouetten aus, als ob sie dafür geboren wäre und Wolfgang mit Romain übten nach gar nicht so langer Zeit ihre super scharfe Bremsversuche, bis letztendlich irgendwann mal Romain aufm Arsch gelandet ist. Und wie man so schön sagt, Schadenfreude ist die größte Freude (aber manchmal wird sie eben bestraft...) lachten schon Antonia und Wolfi über Romain aufm Eis, bis sie selbst von einem Mädchen runtergerissen wurden, weil sie nicht bremsen konnte :))))

Es gibt noch viele andere lustige Bilder von diesem Nachmittag. Wenn ich die hab, dann poste ich sie hier. Auf jeden Fall werden wir einen solchen Nachmittag nochmals wiederholen, denn etwas Sport schadet ja auch nicht ;)

Eigentlich wollte ich hier noch mehr schreiben, aber ich glaube ich vertage das doch lieber auf morgen, eigentlich bei unseren Zeit könnte ich sagen auf heute abend, da es sich irgendwie wie ein kaugummi zieht und ich noch gar nicht am Ende angelangt bin. Als kleiner Vorgeschmack biete ich euch unsere Shoppingtour von Montag, heutiges IKEA Abenteuer sowie dann auch schon gleich meinen ersten "Schultag" von dem ist selber zu diesem Moment noch nix sagen kann! :) .........

Freitag, 25. Januar 2008

Jaaa, da bin ich wieder!

Nach einer längeren Pause, die wegen dem Umzug in Mannheim und dem dadurch eingeschränktem Internetzugang, mehr oder weniger auch geplant war, melde ich mich wieder mit vieeeelen Neuigkeiten. Und ich hab euch wirklich vieeel zu erzählen, also macht es euch gemütlich...

Die letzte Tage in Mannheim waren schon ziemlich stressig - alte Wohnung, neue Wohnung, überall nur rumliegende Kisten, Koffer packen für Helsinki und, und, und. Daher kam der Tag des Abflugs auch schneller als erwartet, gefühlsmäßig natürlich. Kaum habe ich mich in der neuen Wohnung eingelebt, schon ging´s los in die nächste!

Man könnte aber sagen, dass mein Abenteuer schon am Tag vor dem Abflug begonnen hatte. Geplant war, dass ich am 24. Januar um 07:15 den Flieger nach Helsinki Vantaa nehme, aber der wurde kurzfristig, aus welchem Grund auch immer, gecanceled. Ich bin natürlich zuerst in Panik geraten, anstatt die sms zu ende zu lesen, wo stand, dass mein Flug auf 10:45 umgebucht wurde. Eigentlich war es auch vielleicht besser so, da ich somit nicht um 03:30 aufstehen musste!

Was den Flug betrifft, hat ansonsten alles perfekt geklappt, sie haben sogar meine 32 Kilo anstatt 20 akzeptiert ohne dass ich was zahlen musste. Gleich schon in der Wartehalle habe ich den ersten Finnen kennengelernt, der aus Oulu kam. In dem Moment wußte ich noch nicht wo das liegt, umso größer war die Scham, als ich feststellte, dass dies die sechstgrößte Stadt Finnland´s ist - aber so ist es halt, wenn man den Lonely Planer Guide erst aufm Flug dorthin liest :)
Es dauerte auch nicht mehr lange, bis ich den nächsten Finnen kennenlernte, der neben mir saß. Daher hatte ich gar nicht das Gefühl, dass Finnen scheu sind, auch wenn sie schon leicht zurückhaltend ist, was ich allerdings eher als angenehm empfunden habe. Und wie man so schön sagt, alle gute Sachen sind drei - ich wurde von einem Finnen abgeholt, der sooo nett, freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend ist, dass ich fast meinen würde, dass ich schon sehr lange so einen Menschen nicht getroffen habe. Ihm übrigens verdanke ich auch den Internetzugang, den er mir temporär überlassen hat, da meiner noch nicht freigegeben ist.

In Helsinki angekommen, wurde ich von einem Schneesturm begrüßt. Es hat geschneit und es war windig, so wie man sich den Norden halt vorstellt. Das lustige an diesem ganzen Pick up Service, das von der EVTEK (meiner Schule) organisiert wurde, war, dass es eigentlich ganz schnell gehen sollte. In meinem Fall wurden aber aus einer Stunde mehrere. Mir ist es nämlich gelungen den Antti davon zu überzeugen, dass eine Fahrt zu IKEA für mich lebensnotwendig ist, da uns gesagt wurde, dass in Wohnheim keine Bettdecken, Kissen, etc. sind. Somit konnte ich schon ein paar Basics kaufen, für die Küche sowie für mein Zimmer. Allerdings hier angekommen, musste ich feststellen, dass sie uns doch wohl auf den Arm nehmen wollten, da hier doch schon einiges war - aber letztendlich, meins ist meins! Nur, wie wir alle wissen liegt IKEA meistens außerhalb und daher sind wir vom Flughafen fast durch die ganze Vororte gefahren - ich habe den RingI und III gesehen, aber mehr als Autobahn auch nicht, bis Antti festestellte, dass er eigentlich gar nicht so richtig weiß wo IKEA ist. Gott sei dank hatte er ne Karte dabei und somit setzten wir unseren Sightseeing fort, was aber noch nicht annähernd das Ende von der Geschichte ist. Nach dem sehr kurzen Besuch sollten wir eigentlich zu mir ins Wohnheim fahren, um einen Typen zu treffen, der meine Schlüssel hatte, der musste aber plötzlich arbeiten gehen. Also mussten wir umkehren, obwohl wir schon fast bei mir "da heim" waren. Was uns aber nicht erspart geblieben ist, waren die Aussetzer von Antti´s alten Lada, die wirklich ihr letztes gab. So war es irgendwann gar nicht mehr ungewöhnlich, dass wir mitten in der Straße stehen geblieben sind. Was mich aber sehr angenehm überraschte, waren die Reaktionen der Fahrer. In Deutschland fängt jeder gleich an zu hupen. Hier ist es zwar verboten und nur in Notfällen erlaubt, aber man sah denen ihre finnische Lockerheit an. Die Krönung des Tages war der letzter Atem der Lada. Gott sei dank lag es nur am Benzin, der ausgegegangen ist. So blieb uns nix anderes übrig als 1 km zur nächsten Tanke zu laufen! :)) Das war schon irgendwie lustig, aber letztendlich war ich wirklich froh, irgendwann in Wohnheim angekommen zu sein.

Ich wohne mit einer Spanierin zusammen und eigentlich sollte heute noch eine Französin kommen, aber die werden wir wohl nie kennenlernen, weil sie in der letzten Minute abgesagt hat. Die Martha ist sehr nett, typisch spanisch aber sie spricht kaum englisch - ok sie versucht es soweit es geht, aber ich denke mit der Zeit wird´s besser. Jetzt finde ich es etwas schade, dass ich nicht früher und intensiver mit spanisch begonnen habe.

Die Nacht habe ich sehr gut geschlafen und morgen begann der Tag mit Sonnenschein. Ich würde sagen, dass nicht der Abend gestern aber eher der Morgen heute etwas komisch für mich war. Vielleicht deswegen, weil ich gestern so viel erlebte und echt müde war über irgendetwas nachzudenken. Heute war´s draußen schön und ich wollte auch raus. Martha schlief noch, da sie noch in der Nacht zu einer Party ging, zu der ich zwar auch eigeladen war, aber einfach nicht mehr hingehen konnte und wollte. Nur die Sache ist die, dass ich in einem Vorort wohne und hier in der Gegend ist echt nicht soo viel zu sehen oder zu tun und ich immer noch keine Ahnung habe wo man hier so was wie Fahrkarten kauft, denn Automaten gibt´s nicht und in Kiosk verkaufen sie´s nicht und sie auch einfach so nicht im Zug zu kaufen sind. Daher kaufte ich wenigstens eine Prepaid Karte - ihr könnt mich jetzt auch unter meiner fin nr. erreichen:
+358466836241
unterschieb meinen Mietvertrag und erhielt die ersten Infos, um Internet installieren zu können. Da es sich kaum noch lohnte einen Trip nach Helsinki zu unternehmen, rief ich Antonia an, die aus Österreich kommt. Sie lernte ich über Facebook kennen. Da sie schon Tag vor mir ankam und sich hier auch etwas auskannte, kam sie zu mir und überredete mich gleich mit nach Myyrmäki zu fahren, wo sie wohnt. Dort gibt es eine Shopping Mall , wo wir was kleines gegessen haben.


Danach kamen auch gleich ihr Studienkollege Wolfgang und seine Mitbewohner, Alex aus Italien und Fish aus China. Es war wirklich sehr schönes auch wenn kurzes Treffen, aber wir haben noch so vieeel Zeit und ich denke, es wird eine tolle Zeit hier! :) Danach fuhr ich mit der Bahn alleine - ohne Ticket heim - und hatte echt so ein Schiß erwischt zu werden, obwohl es doch nur zwei Haltestellen sind und Fahrtzeit viell gerade knappe 3 Minuten sind. Zu zweit ist es doch noch irgendwie einfacher vorzumachen, dass man keinen Tickerautomat finden kann. Allerdings schon im ersten Zug sah ich die Schaffnerin und stieg bei der nächsten Haltestelle aus, die sie wie eine reine Baustelle entpuppte und ich mich echt freute als der nächste Zug kam. Da war meine Freude aber nicht größer, da der Schaffner gerade drei Meter von mir entfernt war, aber zu meinem Glück ist er danach in die andere Richtung gegangen. Als ich endlich an meiner Station ausstieg, fühlte ich mich, als ob mein Herz tatsächlich in die Hose gerutscht wäre. Ich schwör´s euch morgen als erste kauf ich irgendwo, wo auch immer es sein wird irgendetwas womit ich sorgenlos fahren kann...denn morgen geht´s es nach Helsinki!!!

Also ich denke, für´s Erste war es das wichtigste was ich euch sagen wollte, ich glaube jetzt habe ich wieder eine Woche Pause verdient, oder?

Freitag, 18. Januar 2008

So langsam geht´s los!...

Hallo meine Lieben!!!

Mit dem heutigen Tag beginnt ein großes Experiment für mich. Tagebücher waren nie so richtig mein Ding und deswegen starte ich jetzt eine Blog-Offensive, um zu schauen wie lange ich euch hier mit Neuigkeiten über meinen Aufenthalt in Finnland beglücken kann! :)

Und warum fange ich heute schon damit an, obwohl ich Deutschland noch gar nicht verlassen habe? Ich finde ein Tag an dem man seine letzte Klausur geschrieben hat, ist gar nicht so ein schlechter Anfang, um mindestens ein paar nette Zeilen zur Begrüßung und Einweihung meines Blogs zu schreiben.

Also genießt es mit mir zumindest auf diese Weise in Finnland zu sein - zumindest solange ich es durchhalte *lol*. Ich werde mich über jeden Kommentar von euch freuen!

Marti